Torre d'en Galmes

Indy-Faktor:

Mystik-Faktor:

Torre d‘en Galmes ist eines der weitläufigsten archäologischen Gelände der Insel.

Ihre größte Ausdehnung erreichte die Siedlung um 1400 v. Chr.

 

Sie verfügt über mehrere Talayots und Höhlen, ein bemerkenswertes Hypostylon, Rundhäuser und einen Bereich zur Wasserbevorratung.  

 

Der Taula-Bereich von Torre d‘en Galmes gilt als einer der besterhaltenen der Insel, obwohl die Taula beschädigt ist. Die Stätte liegt am höchsten Punkt und bietet einen fantastischen Ausblick über die Insel.

Die im Taula-Bereich gefundene, 15 cm große Statue des ägyptischen Baumeisters Imhotep gibt Rätsel auf. Imhotep lebte um 2700 v. Chr., d. h. lange, bevor laut Lehrmeinung Torre d‘en Galmes seine größte Ausdehnung hatte. Deutet der Fund darauf hin, daß die damaligen Insulaner mit den Ägyptern in Kontakt standen? Wenn ja, wann? Könnte Torre d‘en Galmes viel älter sein, als angenommen wird? Oder wurde die Statue als bereits archäologisches Relikt zur Blütezeit von Torre d‘en Galmes um 1400 v. Chr. hierher gebracht?

Koordinaten: N39° 54.18672 E4° 6.9438

Diese beziehen sich auf den Parkplatz

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Der Parkplatz liegt direkt an zwei aneinandergrenzenden posttalayotischen Wohnhäusern. An einem dieser Zirkel wurden in römischer Zeit bauliche Veränderungen vorgenommen.

Zum Beispiel mußten die alten Mauern weichen - wurden allerdings teilweise aus denselben Steinen wieder neu errichtet

In diesem Bereich befindet sich auch ein großer Steintopf neben einer unregelmäßig geformten Kuhle im Boden. Mein Fuß ist ein guter Größenvergleich

Wand des zweiten Wohnhauses

 

 

 

 

 

Bemerkenswert ist wieder einmal ein großes Bohrloch in einem der Monolithen

 

 

Dank der Detailaufnahmen bleiben kaum Zweifel, daß es manuell eingebracht wurde

Der große Talayot im Westen. Dahinter liegt die Taula

 

 

 

 

 

Infotafel zur Taula

Westliche Mauer der Taula

Front mit Eingang

 

 

 

 

 

 

Zugang zum Inneren

Das Innere der Taula von Norden aus .Rechts steht der gebrochene/zerstörte Taula-Rumpf, dahinter ruht sein Deckstein auf einem Bett aus kleinen Steinen.

Taularumpf und Deckstein auf seinem "Bett"

 

 

 

 

 

Laut offizieller Erklärung wurde der Deckstein von den Römern zur Nutzung als Wassertrog ausgehöhlt.

 

Erscheint aber nicht der Gedanke viel logischer, daß die  schmale Aussparung in seiner Mitte bereits beim Bau der Taula Bestandteil der Konstruktion war, um den Deckstein sicher auf seinem Tragstein zu verankern?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nahe des Eingangsbereich liegt ein Stein mit strahlenförmigem Ornament

 

Blick vom Inneren auf den Eingang zur Taula. Man beachte auch hier das Füllmaterial im Spalt zwischen Eingangs-Menhir und Mauer

Die akkurat verbauten und auch nach Jahrtausenden perfekt erhaltenen Riesenmonolithen und Säulen stehen auf einem zusammengeflickten Fundament aus unterschiedlichen und nur zum Teil verwitterten Steinen. Wie paßt das zusammen?

 

 

 

 

 

 

Fast glattgeschliffene Riesensteine wechseln sich auch an der östlichen Mauer mit grob bearbeitetem „Auffüllmaterial“ ab

 

Vor der Besichtigung des südlichen Teils machten wir einen Abstecher zu zwei etwas abseits gelegenen Höhlen.

 

Hier der Eingang zur Höhle von S‘Oli.

 

Der Name weist auf ihre Nutzung als Ölmühle (903-1287 n. Chr.) hin, der vermutlich auch die Mühlsteine entstammen. Wie die meisten Höhlen Menorcas ist sie selbst jedoch sehr wahrscheinlich älteren Ursprungs

 

Ihr Inneres präsentiert sich geheimnisvoll

Mühlsteine oder welchem anderen Zweck können diese bearbeiteten Steine zugesprochen werden?

 

 

 

 

 

 

 

 

Links des Eingangs zweigt der Raum in eine Kammer ab. Welche Kräfte vermögen einen derart massiven Stein in mehrere Teile zu spalten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben der Höhle von S‘Oli liegt eine sog. „Grabhöhle“. Es wird vermutet, daß zwischen 550-123 v. Chr. eine bereits vorhandene Höhle erweitert wurde.

Die Nutzung als „Grabhöhle“ ist Spekulation, denn es wurden keine Funde gemacht, die Hinweise auf die Verwendung der Höhle liefern

 

Die sechs in den Boden geschlagenen Nischen werden als Grabnischen gedeutet und der römischen oder maurischen Epoche zugeordnet

Der Blick wird vom beeindruckenden Hypostylon im südlichen Siedlungsbereich von Torre d‘en Galmes sofort eingenommen

Meisterlich über zwei tragende Säulen aufgefächerte Decksteine, deren Konstruktion ohne jeden Mörtel bis heute überdauert hat. Auch in Torre d‘en Galmes blieb seine Funktion ohne Erklärung

Einer der Zugänge zum Hypostylon.

Die Metallstrebe stützt einen Monolithen ab

Schon der Blick am Eingang läßt einem den Atem stocken...

...unter der Dachkonstruktion stehend,

setzt die Atmung kurzfristig ganz aus.

 

 

 

 

 

 

Zum Teil nur wenige Zentimeter halten die Blöcke noch auf den tragenden Säulen

 

Direkt an das Hypostylon schließt sich ein Zirkel mit großem Hof an, welcher 2017 für Besucher gesperrt war.

Das Hypostylon befindet sich nicht sichtbar links hinter dem Trilithportal

Blick in den Zirkel. Merkwürdig: der gekerbte Monolith

 

 

 

 

Sind diese Spuren antik

oder neu?

Neben dem Areal des Hypostylons mit den angrenzenden Wohnkomplexen liegen die sog. „Wassersilos“.

Ob die unterirdischen Kanäle tatsächlich der Wasserbevorratung dienten, ist nicht gesichert.

Auch Getreidesilos oder Vorrichtungen zum Gerben von Leder werden in Betracht gezogen.

Es ist jedoch auch nicht auszuschließen, daß das System von unterirdischen Kanälen bereits vor dem Bau der Wohnhäuser angelegt wurde

 

 

 

 

 

 

Direkt an dieses geheimnisvolle Feld schließt sich das Hypogäum an. Es wurde etwa 1600-1050 v. Chr. in den Untergrund geschlagen, Überdachung und Ummauerung des Eingangs erfolgten erst in späterer Zeit

 

Im Inneren der Höhle

Der nördlich der Silos gelegene Wohnbereich stammt aus der posttalayotischen Epoche. Aus dieser Zeit sind jedoch nur die Außenmauer und der Grundriß der Kochstelle erhalten. Der restliche Teil des Gebäudes wurde in römischer und maurischer Zeit umgebaut. Nördlich des Hauses wurden weitere Silos entdeckt, die nachweislich vor der Entstehung der Siedlung vorhanden waren, da eines davon zum Bau der Außenmauer weichen mußte

Das rätselhafteste Element innerhalb dieser Stätte ist zweifelsohne ein rechteckiger Stein (Bildmitte)

Auf einer Seite befindet sich ein Absatz. Die andere Seite ist glatt, aber mit einer Kerbe versehen. Welche Funktion hatte dieses Objekt?

Die auch als „maurische Küche“ betitelte Anlage weist an ihrem Eingangsbereich zwei gelochte Menhire auf. Sie stehen in einem gewissen Abstand zueinander in einer Linie

 

 

 

 

Immer wieder fallen bemerkenswerte Profile oder Gesichter in den Steinen auf.

Dieser „Conehead“ z. B. macht mit seinem schelmischen Grinsen nicht den Eindruck, als sei er ein Produkt der Verwitterung

 

Wir begeben uns nun zum Wohnhaus, welches neben dem abgesperrten Bereich jenseits des Hypostylons liegt

Der riesige Steintopf  begrenzt mit der Säule ein „Zimmer

 

 

 

 

 

 

Steinpott im Größenvergleich

Im hinteren Bereich des Wohnhauses liegt eine kreisrund abgesteckte (Koch-?)Stelle, fein säuberlich umrahmt von Menhiren und  Mauersteinen, die auf Sockeln ruhen

 

 

 

 

 

 

Im „Flur“ des Wohnhauses steht ein wellenförmiger Menhir mit einem „Krönchen"

Ein weiteres Highlight von Torre d‘en Galmes ist zweifelsohne der Cartailhac-Komplex. Benannt wurde er nach Émile Cartailhac, der die Stätte im 19. Jhd. über Jahrzehnte untersucht hat. Er stellte als erster die Überlegung an, ob die Taula-Pfeiler als Stützen für Dachkonstruktionen gedient haben könnten. Diese These wird bis heute kontrovers diskutiert

Besonderes Merkmal ist der aus zwei unterschiedlichen Portalen bestehende, äußere Eingang

Das erste der beiden Portale wurde im klassischen Megalithstil aus wuchtigen Klötzen errichtet

Das dahinterliegende Portal unterscheidet sich grundlegend vom ersten. Es erscheint etwas „windschief“ und besteht aus schlanken Pfeilern und einem ebenso flachen Deckstein. Man beachte auch die kleine Steinscheibe, mit der der Deckstein rechts unterlegt ist

Auch die Front des inneren Komplexes ist im Megalithstil erbaut. Links schließt sich ein Hypostylon an, welches mit einem Gitter versperrt ist

Zum Glück ist der Abstand der Gitterstäbe so großzügig bemessen, daß es uns möglich war, auch den Innenraum fotografisch zu erfassen

 

 

 

 

 

Der Eingangsbereich wird auf beiden Seiten von zwei etwa hüfthohen, überdachten Kammern flankiert

 

 

 

 

 

Vom „Flur“ zweigen auf jeder Seite zwei „Zimmer“ ab. Zwischen zwei „Zimmer“-Eingängen steht die taula-ähnliche Säule.

Sehr schön sind auch hier die bereits angesprochenen Rillen in den „Türeinfassungen“ zu sehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Stützpfeiler (oder auch "Taula") ist mächtig

Blick aus einem der „Zimmer“ in den „Flur“

Das Megalith-Portal, das der Mann gerade durchschreitet, führt zum größten, fast rechteckigen Raum. Er nimmt den gesamten hinteren Bereich des Zirkels ein

Die Außenmauer von Norden aus betrachtet

Hinweis: Um die Fotos auf den Themenseiten  betrachten zu können, brauchen Sie den Flashplayer!

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