Mont St. Michel mit Grotte und Rond des Sorcieres, Stampflöcher und Heidenstadt

Indy-Faktor:

Mystik-Faktor:

 

Der Mont St. Michel nahe Saint-Jean-Saverne ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort. Fundstücke beweisen, daß hier schon vor 9000 Jahren Menschen aktiv waren!

Auf einem Felsplateau steht die Chapelle St. Michel. Nicht weit entfernt, auf der vorderen Kante dieses Plateaus befindet sich das "Rond des Sorcieres", ein Bassin, in das Stufen hinab führen. Von wem dieses angelegt wurde und warum, steht nirgends geschrieben. Es muß sehr, sehr alt sein. Jedenfalls war es ein "Whirlpool" in bester Aussichtslage!

Um die Chapelle herum entdeckt man weitere Spuren, die beweisen, daß auf dem Felsplateau außer dem Bassin noch mehr zu finden war, bevor man die Kapelle rücksichtslos auf die vorhandenen antiken Hinterlassenschaften baute. Vielleicht hätten sich ohne die Chapelle besser Rückschlüsse auf Sinn und Zweck dieses Platzes schließen lassen. 

 

Unterhalb der Kapelle liegt die geheimnisvolle Grotte mit allerlei rätselhaften Spuren. Was und wann wurde hier gemacht? War sie bewohnt? Oder eine Grabstätte, wie man anhand der Sarg-Aussparung auch vermuten könnte? Letzteres scheint eher unwahrscheinlich, die Wanne, Sitzflächen, Rinnen und Türrahmen sprechen dagegen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Grotte zu besichtigen!

 

 

Eine halbe Stunde Fußmarsch vom Mont St. Michel entfernt liegt die Heidenstadt, ein keltisches Oppidum. Es lohnt sich nicht, wegen des Oppidums dorthin zu laufen. Man sieht so gut wie nichts mehr von dem Wall, der die Stätte einst umgab. Aber unterhalb des Oppidums gibt es den sog. Plattenweg, als römischer Weg in der Karte eingezeichnet. Leidvoll haben wir erst hinterher festgestellt, daß es sich hier um Cart ruts/Wagenspuren allererster Güte handelt und lt. Tafel von den Römern nur modernisiert worden waren - also uralt sein müssen!
 

Rund 1,5-2 km entfernt von der Chapelle St. Michel auf dem Frohnberg befinden sich die sog. Stampflöcher (oder Stempflöcher). Sie sollen durch Erosion aus dem Felsplateau herausgewaschen worden sein und dann vor langer Zeit als Getreidemahl-Becken gedient haben.

Meiner Meinung nach scheidet die Erosions-Variante aus. Nach den unzähligen Löchern, Bassins und Ausschalungen in den verschiedensten Varianten, die ich bei Wanderungen an den unterschiedlichsten Plätzen gesehen habe, müßte dies schon ein eigenartig zufälliger, weit verbreiteter geologischer Vorgang sein.

Vor allem erkennt man an dem Plateau, in dem sich die Löcher befinden, deutlich eine „Spurrille“ bzw. eine Kante. Diese ist wohl nicht der Erosion geschuldet...

 

 Südlich der Stampflöcher befindet sich ein behauener Stein. Lt. Infotafel soll es sich um einen nicht vollendeten Trog und dem Volksmund nach um einen Opferstein handeln. Seltsam ist die spiralartige Rinne. Sehr interessantes Objekt!

 Nördlich befindet sich ein geheimnisvoller Platz, auf dem lt. Info zerbrochene Mühlsteine herumliegen. Diese sehen aber irgendwie nicht nach Bruchstücken von Mühlsteinen aus. Da ist für mich die Legende wahrscheinlicher, die besagt, sie seien Säulenelemente eines heidnischen Tempels! Was für eine spannende Vorstellung!

 

Man kann sich sehr gut vorstellen, daß auf diesem Platz ein Tempel stand. Er sieht so gar nicht nach Steinbruch aus. Und Mühlsteine passen auch irgendwie nicht ins Bild.

Es gibt neben den Säulenelementen/Mühlsteinen auch noch andere Bearbeitungsspuren. Wer weiß, was hier einst los war.

Koordinaten:

Chapelle: 48.77582,7.363261

Heidenstadt/Wagenspuren: 48.77550, 7.36417

Stampflöcher: 48.78148, 7.33190

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